Die zehn Schritte auf einen Blick
| Schritt | Was du brauchst | Fertig, wenn |
|---|---|---|
| 1. Gewerbe und Steuern | Eine Rechtsform, eine Steuernummer, eine Haltung zur Umsatzsteuer | Du Amazons Steuerfragen ohne Raten beantworten kannst |
| 2. Verkäuferkonto | E-Mail, Telefon, Kreditkarte, Bankkonto, Tarifwahl | Seller Central sich öffnet |
| 3. Identitätsprüfung | Ausweis, Adressnachweis der letzten 180 Tage, Foto oder Videocall | Amazon deine Identität bestätigt |
| 4. Versand durch Amazon oder Händler | Eine Entscheidung pro Produkt | Du weißt, wer verschickt |
| 5. Produkt | Sichtbare Nachfrage, Marge nach Gebühren, keine Compliance-Überraschungen | Ein Lieferant und ein Muster auf dem Tisch liegen |
| 6. Angebot | Titel, Bulletpoints, Bilder, Produktkennzeichnung, richtige Kategorie | Die ASIN existiert |
| 7. Preis und Gebühren | Amazons Gebührentabellen, dein Einkaufspreis, ein Taschenrechner | Ein Preis übrig bleibt, der Marge lässt |
| 8. Erste Lieferung | Etiketten, Kartons, ein Paketdienst, Geduld | Der Bestand als verfügbar angezeigt wird |
| 9. Start | Fairer Preis, kleines Werbebudget, die Rezensionsregeln | Die ersten Bestellungen kommen |
| 10. Alltag | Bestellungen, Nachrichten, Kontozustand, Bestand und ein Weg, von Verkäufen zu erfahren | Es zur Gewohnheit geworden ist |
Schritt 1: Rechtsform anmelden und Steuern klären
Amazon fragt die Unternehmensdaten sofort ab. In der Verifizierungstabelle auf der deutschen Einstiegsseite stehen für gewerbliche Verkäufer der "Gewerbeschein" und dazu "Arbeitsvertrag, Aktienzertifikat oder Vollmacht", neben Ausweis, Adressnachweis und Bankdaten. Die ehrliche Antwort auf "kann ich das erst mal privat ausprobieren" lautet deshalb: Du eröffnest das Konto unter der Rechtsform, die dein Land zulässt, und Amazon behandelt dich als Unternehmen und fragt nach deinen Steuerdaten. Ob deine Tätigkeit gewerblich ist und welche Steuern anfallen, klärt dein Steuerberater, nicht Amazon und nicht dieser Artikel.
Amazon macht auf derselben Seite zwei deutsche Besonderheiten deutlich, die es in dieser Form auf der amerikanischen Seite nicht gibt. Erstens verlangt Amazon, dass du deine umsatzsteuerlichen Pflichten geklärt hast, bevor du Produkte einstellst; genannt wird ausdrücklich "eine gültige Bescheinigung gemäß § 22f des Umsatzsteuergesetzes (UStG)". Zweitens weist Amazon darauf hin, dass sich alle Verkäufer, die verpackte Ware an Endkunden schicken, vor dem ersten Verkauf im Verpackungsregister LUCID registrieren und ihre Verpackungen bei einem dualen System lizenzieren müssen. Für weitere Produktgruppen kommen Registrierungsnummern der erweiterten Herstellerverantwortung dazu.
Was wir zuerst erledigen würden:
- Die Rechtsform wählen, die du behalten willst, bevor du Seller Central anfasst. Ein späterer Wechsel ist Papierkram, den du nicht willst.
- Steuernummer und, wenn du über die Grenze verkaufst, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer besorgen und die Registrierungen erledigen, die Amazon nennt.
- Ein eigenes Geschäftskonto eröffnen. Amazon zahlt auf ein Bankkonto aus und prüft es, und die Vermischung mit dem Privatkonto macht die Buchhaltung zur Qual.
Ein Konto reicht dabei für ganz Europa: Das europäische Verkäuferkonto umfasst amazon.de, .fr, .it, .es, .nl, .se, .pl, .be und amazon.co.uk, Österreich wird über amazon.de bedient. Seit dem Brexit liegt der FBA-Bestand für Großbritannien und die EU getrennt. Wie das praktisch läuft, steht in Amazon Europa verkaufen mit einem Konto.
Schritt 2: Einzelanbieter oder Professionell wählen und das Konto eröffnen

Amazon verkauft zwei Tarife. Der Unterschied liegt nur darin, wie du Amazon bezahlst, nicht darin, was du verkaufen darfst.
| Tarif | Was du zahlst | Amazon empfiehlt ihn |
|---|---|---|
| Einzelanbieter | "0.99 € (zzgl. MwSt.)/Verkaufter Artikel", keine Monatsgebühr | wenn du "weniger als 40 Artikel pro Monat" verkaufst |
| Professionell | "39 € (zzgl. MwSt.)/Monat" | wenn du "mehr als 40 Artikel pro Monat" verkaufst |
Die Verkaufsgebühr kommt in beiden Tarifen obendrauf. Unser Rat ist einfacher als die 40er-Grenze: Wenn du ein Geschäft aufbaust, nimm Professionell von Anfang an. Du bekommst Massenwerkzeuge, Berichte und Werbemöglichkeiten, und die Monatsgebühr ist klein neben deiner ersten Warenbestellung. Wenn du nur ein paar Artikel loswerden willst, reicht Einzelanbieter. Preise ändern sich, prüf also vor der Entscheidung die aktuelle Gebührenseite von Amazon für deinen Marktplatz.
Das Konto eröffnest du auf sell.amazon.de mit einer E-Mail-Adresse, am besten einer geschäftlichen, die du behältst. Halte bereit, was Amazon in der Registrierungsanleitung aufzählt: "Government-issued ID", "Internationally chargeable credit card", "Bank account and routing number", "Business license or registration", "Proof of residential address from the last 180 days, like a bank or credit card statement" und "Tax information", also amtlicher Ausweis, international belastbare Kreditkarte, Bankverbindung, Gewerbenachweis, Adressnachweis der letzten 180 Tage und Steuerdaten. Eine Telefonnummer brauchst du ebenfalls.
Schritt 3: Die Identitätsprüfung bestehen
Registrierung und Verifizierung sind zwei verschiedene Dinge. Amazon schreibt dazu: "While timelines for seller registration can vary, in many cases you'll be able to complete the process in just a few hours. Then you'll verify your identity as the primary contact for your business, a process that usually takes three business days or less." Auf Deutsch: Die Registrierung selbst ist oft in wenigen Stunden erledigt, die anschließende Identitätsprüfung dauert in der Regel höchstens drei Werktage.
Die Prüfung läuft in zwei Runden. Zuerst lädst du Ausweis und einen Adressnachweis hoch, der nicht älter als 180 Tage ist, in Amazons Worten "Kontoauszug oder Versorgerrechnungen". Danach folgt entweder ein Foto von dir mit deinem Ausweis oder, wieder mit Amazon gesprochen, "Join or schedule a video call with an Amazon associate", also ein Videotermin mit einem Amazon-Mitarbeiter, zu dem du Ausweis und Adressnachweis mitbringst.
Drei Dinge sparen hier Zeit:
- Name und Adresse auf Ausweis, Adressnachweis und Bankkonto müssen buchstabengenau übereinstimmen. Ein zweiter Vorname auf einem Dokument und nicht auf dem anderen ist der Klassiker unter den Ablehnungen.
- Nimm einen aktuellen Kontoauszug oder eine Rechnung eines Versorgers, keinen Screenshot aus einer App.
- Wenn die Prüfung hängt, antworte im Fall und warte. Ein zweites Konto zu eröffnen ist der schnellste Weg, beide zu verlieren.
Schritt 4: Versand durch Amazon oder Versand durch Händler
Versand durch Amazon, FBA, heißt: Du schickst deine Ware in die Logistikzentren von Amazon, und Amazon lagert, verpackt, verschickt und übernimmt Kundenservice und Retouren; deine Angebote bekommen das Prime-Logo. Dafür zahlst du eine Versandgebühr pro Einheit nach Größe und Gewicht, eine monatliche Lagergebühr pro Kubikmeter, die im vierten Quartal höher liegt, und Zuschläge für Ware, die zu lange liegt.
Versand durch Händler, FBM, heißt: Du behältst die Ware, packst jede Bestellung selbst, druckst das Etikett, bestätigst den Versand innerhalb deiner Bearbeitungszeit in Seller Central und kümmerst dich selbst um Retouren und Fragen. Keine Versand- und Lagergebühren von Amazon, dafür deine Zeit, dein Paketdienst und dein Verpackungsmaterial.
Wir nutzen seit 2021 Versand durch Amazon auf den europäischen Marktplätzen, weil wir kleine, leichte Konsumgüter verkaufen und lieber Amazon bezahlen, als abends um elf Kartons zu packen. Viele Händler fahren beides: FBA für die Renner, FBM für sperrige oder langsame Artikel. Den vollständigen Vergleich mit Retouren und Prime findest du in Amazon FBA oder FBM aus Verkäufersicht, und wie Versand durch Amazon wirklich funktioniert geht die FBA-Seite im Detail durch.
Einen Unterschied nennt keine Anmeldeseite: Die offizielle Seller App schickt eine Pushmeldung für FBM-Bestellungen, aber nicht für FBA-Bestellungen. Das wird in Schritt 10 wichtig.
Schritt 5: Ein Produkt finden, das du wirklich verkaufen kannst
Hier verbringen die meisten Anfänger Monate, und hier ist der Großteil der Ratschläge im Internet entweder Hype oder ein Kurs. Die Grundlagen passen in eine kurze Liste:
- Nachfrage, die du prüfen kannst. Such das Produkt auf amazon.de. Zähl, wie viele Angebote echte Rezensionszahlen haben und wie viele Händler sich das Einkaufswagenfeld teilen. Wenn die erste Seite aus einer Marke mit Tausenden Rezensionen besteht, such weiter.
- Eine Marge, die die Gebühren überlebt. Einkaufspreis, Versand zu Amazon, Verkaufsgebühr, FBA-Gebühr, Lagerung, Retouren und etwas Werbung kommen alle vom Verkaufspreis herunter. Wenn die Rechnung nur ohne Werbung aufgeht, geht sie nicht auf.
- Klein und leicht. FBA-Gebühren wachsen mit Maß und Gewicht, ein Produkt, das in einen kleinen Karton passt, verzeiht viel; ein schweres nicht.
- Einfach. Keine Flüssigkeiten, Batterien, zerbrechlichen Teile oder Größen, wenn es sich vermeiden lässt. Jedes davon bringt Regeln, Vorbereitung oder Retouren mit.
- Compliance, die du belegen kannst. Für Produkte im EU-Verkauf gelten Regeln wie die Produktsicherheitsverordnung, dazu kommen in Deutschland das Verpackungsregister LUCID und je nach Kategorie weitere Registrierungen. Prüf das, bevor du Ware bestellst, nicht danach.
Was wir verkaufen, und warum
Unser eigenes Sortiment sind kleine Konsumgüter, darunter Friseurartikel unter eigener Marke, verkauft über Versand durch Amazon auf den europäischen Marktplätzen und vor allem auf amazon.de. Sie sind leicht, passen in eine Kartongröße, laufen nicht ab und werden nachgekauft. Nichts daran ist aufregend, und genau das ist der Punkt: langweilige Produkte mit Marge schlagen aufregende Produkte ohne.
Bestell ein Muster, bevor du Ware bestellst. Benutz es, fotografiere es, schick es dir selbst in der Verpackung zu, die du verwenden willst, und sieh, was ankommt.
Schritt 6: Das Angebot anlegen
Ein Angebot ist bei Amazon die Produktseite, und du legst entweder eine an oder hängst dein Angebot an eine vorhandene. Gibt es das Produkt schon auf Amazon, hängst du dich an die ASIN und konkurrierst über Preis und Verfügbarkeit. Ist es dein eigenes Produkt, legst du die ASIN an.
Was Amazon verlangt:
- Eine Produktkennzeichnung. In den meisten Kategorien ist das eine GTIN, in der Praxis ein EAN- oder UPC-Barcode; wenn dein Produkt wirklich keine hat, gibt es je Kategorie ein Befreiungsverfahren.
- Eine Marke. Dein eigener Markenname oder generisch, wenn du keinen hast. Die Markenregistrierung von Amazon, die die Markenwerkzeuge freischaltet, verlangt eine eingetragene Marke.
- Die richtige Kategorie und den richtigen Produkttyp, denn die Kategorie bestimmt die Verkaufsgebühr und die Pflichtangaben.
- Titel, Bulletpoints, Beschreibung und Bilder nach den Vorgaben, die Seller Central für deine Kategorie anzeigt.
Schreib die Seite für den Menschen mit dem Smartphone in der Hand, nicht für ein Keyword-Werkzeug. Der erste Bulletpoint beantwortet, was es ist und für wen; die Bilder zeigen Größe, Material und Anwendung; der Titel bleibt lesbar. Sieh dir dein Angebot auf dem Telefon an, bevor du jemandem davon erzählst.
Schritt 7: Preis setzen und Gebühren kennen
Die Gebühren von oben nach unten:
- Die Tarifgebühr aus Schritt 2.
- Die Verkaufsgebühr auf jeden Verkauf: ein Prozentsatz vom Preis, je nach Kategorie. Auf amazon.de reicht die Spanne von 5 bis 45 Prozent, die meisten Kategorien liegen aber "zwischen 8 % und 15 %".
- Bei Versand durch Amazon: die Versandgebühr pro Einheit und die monatliche Lagergebühr, im vierten Quartal höher, dazu Zuschläge für Langzeitlagerung.
- Retouren und die Kosten der Stücke, die du nicht wieder verkaufen kannst.
- Werbung, falls du welche schaltest.
Rechne es an einem Produkt zu 100 Euro auf amazon.de durch: In den meisten Kategorien gehen davon 8 bis 15 Euro als Verkaufsgebühr weg, bevor überhaupt etwas anderes passiert. Zieh dann die FBA-Gebühr, deinen Einkaufspreis, den Versand ins Logistikzentrum und einen Anteil Werbung ab, und was bleibt, ist deine Marge. Seller Central zeigt eine Gebührenvorschau je ASIN, und die vollständige Rechnung mit Beispiel steht in Verkaufen auf Amazon: Kosten und alle Gebühren.
Zwei Dinge noch zum Geld. Amazon zahlt in einem Rhythmus aus, standardmäßig alle 14 Tage, und hält eine Reserve für frische Bestellungen zurück; die erste Auszahlung kommt nach der Kontoverifizierung. Die Einzelheiten stehen in der Seller-Central-Hilfe auf der Seite Auszahlungen. Und kalkuliere für die Marge, nicht für Platz eins: Alle am ersten Tag zu unterbieten ist eine Gewohnheit, die du dir nicht leisten kannst.
Schritt 8: Die erste Lieferung schicken
Für FBA legst du in Seller Central eine Lieferung an: Du sagst Amazon, welche SKUs in welcher Menge kommen, ob jede Einheit den FNSKU-Barcode von Amazon oder den Herstellerbarcode trägt, wie die Einheiten pro Karton verpackt sind und welcher Paketdienst die Kartons in das zugewiesene Logistikzentrum bringt. Du druckst Einheiten- und Kartonetiketten, packst und übergibst. Verkäuflich wird die Ware, sobald das Logistikzentrum sie angenommen und gezählt hat.
Die Fehler bei ersten Lieferungen, die wir immer noch sehen:
- Gemischte SKUs in einem Karton, ohne es Amazon zu sagen.
- Etiketten, die den Originalbarcode nur halb abdecken, sodass der Scanner den falschen liest.
- Ignorierte Vorbereitungsvorgaben, etwa Beutel oder Polsterung für die Kategorie.
- Alles auf einmal schicken. Schick eine erste, kleine Lieferung und lerne aus dem, was Amazon beanstandet.
Bei Versand durch Händler ist die erste Lieferung deine erste Bestellung: Verpackung im Regal, ein Drucker, der funktioniert, ein Paketdienstkonto oder die Versandetiketten von Amazon, und der Versand innerhalb deiner Bearbeitungszeit in Seller Central bestätigt.
Schritt 9: Der Start
Einen Startknopf gibt es nicht. Dein Angebot ist live, sobald Bestand verfügbar ist, und dann wartest du darauf, dass ein Fremder es kauft. Drei Dinge beschleunigen das, ein viertes verdirbt es.
- Ein fairer Preis. Nicht der billigste, aber auch kein Test, wie viel Menschen zu zahlen bereit sind.
- Ein kleines Werbebudget. Eine automatische Sponsored-Products-Kampagne zeigt dir die Suchbegriffe, die Käufer wirklich eingeben, und das ist in Woche eins mehr wert als die Verkäufe daraus.
- Rezensionen auf dem richtigen Weg. Nutze den Knopf Rezension anfordern bei jeder Bestellung. Nie Rezensionen kaufen, nie Freunde fragen, nie Erstattungen für Sterne anbieten: Amazons Regeln sind hier streng, und die Strafen treffen das ganze Konto.
- Geduld. Deine erste Bestellung erscheint als Pending, von Amazon definiert als "The order has been placed but payment has not been authorized", also bestellt, aber die Zahlung ist noch nicht autorisiert. Meist löst sich das nach rund 30 Minuten, und bis dahin siehst du keinen Preis. Was danach passiert, steht in erster Verkauf bei Amazon: was danach passiert und was eine ausstehende Bestellung für Verkäufer bedeutet.
Schritt 10: Der Alltag, und wie du von Bestellungen erfährst
Verkaufen bei Amazon ist kein Start, sondern eine Routine. Unsere, jeden Morgen:
- Bestellungen unter Bestellungen verwalten: alles Unversandte, das wir selbst schicken, alles Stornierte, alles mit Retoure.
- Käufernachrichten. Amazon misst, wie schnell du antwortest, also antworte.
- Kontozustand: Richtlinienhinweise, Leistungskennzahlen, alles Rote.
- Bestand: Was nachbestellt werden muss, was als Lieferung zu Amazon gehen muss.
- Werbung: Ausgaben und Suchbegriffe, einmal pro Woche im Detail.
Die Frage, die uns als Anfänger am meisten überrascht hat, war die einfachste: Wie erfährt man eigentlich, dass man etwas verkauft hat? Amazons Antwort fällt kleiner aus als erwartet. Seller Central zeigt Bestellungen, wenn du die Seite neu lädst. Zu FBA-Bestellungen schrieb ein Amazon-Mitarbeiter im europäischen Verkäuferforum: "There are no SMS push notifications for FBA, only for FBM. You can get an email every 2 hours summarizing recent FBA orders shipped, but no email as FBA orders are made." Also keine Push für FBA, nur für FBM, und höchstens eine E-Mail alle zwei Stunden über versandte FBA-Bestellungen, aber keine E-Mail im Moment der Bestellung. Die Seller App meldet FBM-Bestellungen, und selbst dazu schrieb ein Händler im selben Forum: "It decides when it'll tell you, not when there is a sale made and it may decide to tell you multiple sales at the same time" (die App entscheidet selbst, wann sie es dir sagt, nicht der Verkauf, und sie meldet mehrere Verkäufe auch gern auf einmal).
Was wir gemessen haben
Am 28. August 2026 haben wir die Bestellungen auf unserem eigenen Verkäuferkonto mit einem Prototyp verfolgt, der Amazons Orders API an diesem Tag einmal pro Minute abfragte. Amazon hat für FBA-Bestellungen keine Pushmeldung geschickt, solange sie ausstehend waren; die erste kam erst bei einem späteren Status, und manche Bestellungen blieben stundenlang ausstehend. Neue ausstehende Bestellungen tauchten in der API teils erst 10 bis 15 Minuten nach der Bestellung auf, deshalb schaut unsere Abfrage immer 30 Minuten zurück.
Genau diese Lücke füllt Agent ChaChing: Die App prüft deine Bestellungen jede Minute und spielt einen Kassenton pro Bestellung auf deinem Smartphone, bei Versand durch Amazon und durch Händler, auf jedem Marktplatz, den du verbindest, mit Tageszähler und der Zahl verpasster Bestellungen (Ziel: null). Verbunden wird über Amazons eigene Freigabeseite; die App liest deine Bestellungen, verschickt Amazons eigene Bewertungsanfragen nur, wenn du sie einschaltest, und Käuferdaten speichern wir nicht. Alle Wege, von einem Verkauf zu erfahren, von der Zwei-Stunden-E-Mail bis zur API, vergleichen wir in Amazon Verkauf Benachrichtigung: alle Wege im Vergleich; was die offizielle App meldet und was nicht, steht in Amazon Seller App Benachrichtigungen; und wie schnell eine Meldung überhaupt sein kann, in wie schnell eine Bestellbenachrichtigung ist.
Welchen Weg du auch wählst, wähl ihn vor der ersten Bestellung. Das erste Cha-Ching ist der Moment, in dem aus einem Plan ein Geschäft wird. Cha-ching!
Häufige Fragen
Was kostet es, bei Amazon zu verkaufen?
Auf amazon.de zahlst du im Tarif Einzelanbieter "0.99 € (zzgl. MwSt.)/Verkaufter Artikel" und im Tarif Professionell "39 € (zzgl. MwSt.)/Monat". Dazu kommt bei jedem Verkauf die Verkaufsgebühr, je nach Kategorie zwischen 5 und 45 Prozent, in den meisten Kategorien "zwischen 8 % und 15 %", und bei Versand durch Amazon zusätzlich Versand- und Lagergebühren nach Größe und Gewicht. Prüf die aktuelle Gebührenseite von Amazon, weil sich die Zahlen ändern.
Kann ich als Privatperson bei Amazon verkaufen?
Amazon fragt bei der Registrierung nach Unternehmensdaten: In der Verifizierungstabelle auf sell.amazon.de steht für gewerbliche Verkäufer der "Gewerbeschein", und die Registrierungsanleitung nennt "Business license or registration" und "Tax information". In der Praxis meldest du dich mit der Rechtsform an, die dein Land zulässt, für viele ist das ein Einzelunternehmen, und du gibst Amazon in jedem Fall deine Steuerdaten. Ob dein Verkauf gewerblich ist, klärst du mit deinem Steuerberater, bevor du den ersten Artikel einstellst.
Geht Verkaufen bei Amazon ohne Gewerbe?
Amazon selbst unterscheidet bei der Verifizierung zwischen privaten und gewerblichen Verkäufern und verlangt von gewerblichen Verkäufern einen Gewerbenachweis; zusätzlich verlangt Amazon für den deutschen Marktplatz, dass deine umsatzsteuerlichen Pflichten geklärt sind, und nennt dabei die Bescheinigung nach § 22f UStG. Wer regelmäßig mit Gewinnabsicht verkauft, handelt in der Regel gewerblich, aber die Einordnung ist eine Rechts- und Steuerfrage und keine Amazon-Einstellung. Frag deinen Steuerberater, bevor du startest.
Was brauche ich für ein Verkäuferkonto bei Amazon?
Eine E-Mail-Adresse, eine Telefonnummer, einen amtlichen Ausweis, eine international belastbare Kreditkarte, ein Bankkonto, einen Adressnachweis der letzten 180 Tage (Amazon nennt "Kontoauszug oder Versorgerrechnungen"), deine Steuerdaten und, als gewerblicher Verkäufer, den Gewerbenachweis. Dazu die Wahl zwischen Einzelanbieter und Professionell und für den deutschen Markt die Registrierungen, die Amazon nennt, etwa das Verpackungsregister LUCID.
Wie lange dauert es, bis ich verkaufen kann?
Amazon schreibt, die Registrierung sei oft "in just a few hours" erledigt und die Identitätsprüfung dauere "usually takes three business days or less", also meist höchstens drei Werktage. Danach läuft die Uhr für dich: Produkt finden, Muster und Ware bestellen, das Angebot anlegen und eine erste FBA-Lieferung annehmen lassen dauert typischerweise Wochen, nicht Tage, und hängt mehr von deinem Lieferanten ab als von Amazon.
Quellen
- https://sell.amazon.de/preisgestaltung
- https://sell.amazon.de/online-verkaufen
- https://sell.amazon.de/versand-durch-amazon
- https://sell.amazon.com/sell/registration-guide
- https://sell.amazon.com/global-selling
- https://sellercentral-europe.amazon.com/seller-forums/discussions/t/f5866f24-e25d-4ef7-b86d-89c18a61cf54
- https://sellercentral-europe.amazon.com/seller-forums/discussions/t/5e5a75f36bedab53e6e9174010bde207
- https://developer-docs.amazon.com/sp-api/docs/orders-api-v0-reference
- https://developer-docs.amazon.com/sp-api/docs/report-type-values-order



